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Business E-volution - Meinung

K. Konrad Jäckel

E-diots, IPM und Taschenmonster

E-diots...

Kaum zwölf Monate ist es her, da tönte es von überall, dass praktisch jedes Unternehmen quasi zum Nulltarif und im Handumdrehen durch E-Commerce, E-Business und E-wasauchimmer phantastische Potentiale für noch unglaublichere Kostenreduktionen bei gleichzeitig überwältigendem Umsatzwachstum und explodierendem Börsenkurs erreichen kann. Für diesen Dummfug bekamen große Beratungsgesellschaften viel Geld.

Aus der Traum. Nachdem die High-Tech-Börsen einen richtigen Dauercrash erlebten predigen jetzt alle Auguren größte Vorsicht, reduzieren Aussichten und Hoffnungen auf Wachstumsraten und raten zu kleinen IT-Budgets. Und auch jetzt wieder werden diese „Studien“ bestens und teuer verkauft.

Im Gegensatz dazu kommt die banale Realität dem „althergebrachten“ Wirtschaftsbild von sich entwickelnden Märkten, Transaktionskosten, Anlaufschwierigkeiten usw. deutlich näher. Denn wo immer etwas Neues eingesetzt wird, gibt es Projekte und somit Schwierigkeiten. Das ist völlig normal. Ein E-diot, wer das bezweifelt. Und genau hier liegt auch die brennendste aller Problemstellungen beim E-Business: Das Projektmanagement kann erst dann richtig und gut funktionieren, wenn es die benötigten Entscheidungen auch bekommt bzw. in die Lage versetzt wird, sich die Entscheidungen zu holen. Es ist geradezu aberwitzig, mit welcher Angst und Politik viele E-Business-Projekte vor sich hin dümpeln, weil niemand eine Entscheidung treffen will. Im Ergebnis schadet das dem Unternehmen in erheblichem Maße, weil gleich die gesamte Projekttruppe zur „hinhaltend-konstruktiven“ Untätigkeit verdammt wird. Kommen mangelnde technische Kompetenz oder Abteilungskämpfe mit Kompetenzgerangel noch hinzu, kann man fast sicher sein, dass folgende „Ziele“ erreicht werden:

1.) Die Top-Leute im Projekt gehen.
2.) Nichts kommt von der Stelle oder wird entschieden.
3.) Es wird erst viel zu spät eskaliert.
4.) Unnötige Kosten und Zeitverluste im Projekt folgen automatisch.
5.) Das Projekt wird erheblich verzögert und/oder im weiteren Verlauf erfolglos abgebrochen.
6.) Kein Mensch wagt es, ein anderes E-Business-Projekt vorzuschlagen.

Wenn Sie diesen Ausführungen nicht folgen können, freuen Sie sich über Ihr Unternehmen, falls Sie jedoch zustimmen, gibt es immer einen Weg, die Dinge (wieder) zum Laufen zu bringen. Lassen Sie uns darüber sprechen: mail(at)business-e-volution.de.

...Taschenmonster und IPM

Nachdem unsere Kinder letztes Jahr dem Konsumterror der Taschenmonster anheim fielen sind nun die Digi-Monster dran. Grundlose Bedürfnisweckung par excellence. Kein Mensch braucht diesen Blödsinn wirklich, aber verkaufen tut er sich gut. Vom Sammelbild über das Computerspiel bis hin zur Kaffeetasse. Nach Sinn und Zweck wird nicht gefragt und das erste Kind, das mit dem Sammeln anfängt, setzt die Anderen unter Gruppenstress. Soweit machen unsere Kinder eigentlich nur genau das nach, was wir Erwachsenen in unseren Unternehmen bezüglich des E-Business treiben. Oder haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, bewusst das nächste Release oder die nächste Generation von Betriebssystemen oder Standardsoftware einfach nicht zu kaufen? Oder gar daran, ein sogenanntes Standardprodukt nicht einzusetzen, weil Ihre spezifischen Bedürfnisse nicht vollständig abgebildet werden konnten?

Genau da liegt der Haken: Die Abstraktionsebene der Marketingabteilungen von E-Business-Anbietern erzwingt pro Mitarbeiter fünf IPM (Illusion(s) per month). Es lebe das undefinierte oder zumindest dehnbare Schlagwort. Hauptsache englisch, Hauptsache positiv und ansprechend aber nichtssagend und „natürlich kann das unsere Software auch“. Wer sich als Verantwortlicher von solchem Blendwerk beeindrucken lässt, sollte die Entscheidungen in E-Business-Projekten einfach per Würfel fällen. Das geht immer noch schneller als bei der Konkurrenz (s. o.) und erhält wenigstens auch den besseren Anbietern aus dem beauty contest eine reelle Chance. Oder ziehen Sie doch Sammelkarten von den Taschenmonstern Ihrer Kinder.

Dankenswerterweise kann man jedoch Funktionalität, Antwortzeiten, Customizing, Spezialanforderungen sowie Investitionsschutz und viele andere Dinge auch wirtschaftlich sinnvoller untersuchen lassen, um das Projekt nicht irgendwann einmal kappen oder stoppen zu müssen. Dann hat man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Sinnvolle Entscheidung für das System, welches am Besten passt und dies in vorhersehbarer Zeit. Wäre dies nicht ausgesprochen sinnvoll? Wie schon erwähnt: Lassen sie uns darüber reden: mail(at)business-e-volution.de.